Raucher sind Schuhdiebe?

Als ich am gestrigen Samstag die folgende Überschrift las,

Auf das zugehörige, unmittelbar unter dieser Überschrift großflächig abgedruckte und bekannte Foto
der „Techniker Krankenkasse“ müssen wir hier aus urheberrechtlichen Gründen leider verzichten.

kamen mir doch so einige Fragen:

  • Was sind eigentlich „Deutsche Rauchverbots-Brecher“?
  • Haben sie es nötig, sich als „Schuhdiebe“ strafbar zu machen?
  • Was haben benannte „Deutsche Rauchverbots Brecher“ mit „Asylbewerber“n gemein,
    dass sie hier in einem Atemzug – in einer Zeile der Überschrift – in dieser Weise aufgeführt werden?
  • …noch dazu in Verbindung mit strafbaren Eigentumsdelikten…?

Ach ja: Sie sind Schuhdiebe.

Mit „Deutsche“ Rauchverbots-Brecher sind ja wohl kaum „Asylbewerber“ gemeint?
Ich vermute mal, dass Bundesbürger ohne Immigrationshintergrund gemeint sind, die mit dem in Bayern und NRW (obwohl doch von der Politik so überaus KRAFTvoll durchgedrückten und hoch gelobten) geltenden totalitären Rauchverbot in öffentlich zugänglichen, privaten Räumen nicht einverstanden sind. Sie dann sogleich pauschal mit dem Titel »Rauchverbots-Brecher« zu bezeichnen, lässt schon tief blicken.

Da fehlt doch nur noch die Vorsilbe „ver-“ vor dem »Brecher«. Die Benutzung eines solchen Begriffes impliziert unterschwellig ein vorsätzliches und organisiertes Vorgehen einer Gruppe von Menschen; das allerdings hier jedoch nicht einmal straf-, sondern bestenfalls ordnungsrechtlich verfolgt werden kann. Ach ja, deshalb kein „ver-„.

Nun fragt man sich natürlich unweigerlich nach dem motivationalen Antrieb, nach dem journalistischen Hintergrund, der eine/n Mensch*in/en zu einer derartigen Verunglimpfung von eigenen Mitbürgern treibt.

Nicht erst seit dem Aufkommen der Immigrationsproblematik wissen wir, dass der mainstream im Blätterwald und besonders öffentlich-rechtliche Medien ihre Unabhängigkeit vermissen lassen. Das lies sich an den Berichterstattungen um bürgerschaftliches Engagement im Ringen um gesellschaftlich breiter akzeptierte Raucherbeschränkungen (eben genau o.g. Thema, aus dem nun die unzufriedenen Bürger hervorgehen), Demonstrationen, Diskussion usw. nachweisen und ist vielfach dokumentiert.

Die Überschrift dieses Beitrages aber nun setzt dem Ganzen aus meiner Sicht in einer noch nie dagewesenen Weise die Krone auf. Eine Verschärfung der Wortwahl, wie wir sie in den letzten Monaten (beiderseits) in den Auseinandersetzungen um die Immigrationsproblematik und der Berichterstattung darüber beobachten konnten.

Und der Zeitpunkt scheint mir dafür gezielt und gut gewählt: In den nächsten Wochen geht es im Deutschen Bundestag darum, die sog. „Europäische Tabakproduktrichtlinie“ (TPD2) in der von der Europäischen Kommission am 26. Februar 2014 sehr zweifelhaft durchs EU-Parlament gebrachten Form (vgl. Aufzeichnung der Plenartagung vom 26.02.2014 auf der Website des Europäischen Parlaments, beginnend bei 13:12 Minuten) auch für Deutschland verbindlich in ein Gesetz umzuwandeln.

Ein europäisches Gesetz wird also deutsches Recht, das selbst vom in Deutschland gewählten Mitglied des Europäischen Parlaments, Dr. Renate Sommer (CDU), in einem Kommentar unter der Überschrift „Tabakproduktrichtlinie: Demokratie a la Präsident Schulz“ mit den einleitenden Worten charakterisiert wird:

Die Tabakproduktrichtlinie ist ein negatives Lehrstück dafür, wie man durch übelste Tricksereien die demokratischen Rechte des Europäischen Parlaments aushebeln kann, um ein ideologiebestimmtes Bevormundungsgesetz durchzusetzen.

Ein solches Gesetzt gilt es nun möglichst unbemerkt – zumindest vor allem ohne merklichen Widerstand – von der „Zivilgesellschaft“ durch die sich nicht vorbehaltlos einigen Parlamenmtarier im Deutschen Bundestag abnicken zu lassen. Viele erinnern sich an die Vorgeschichte – der Bürger sollte es angesichts zwischenzeitlicher Ereignisse (Euro, Griechenland, Syrien, Paris) hoffentlich vergessen haben.

Da kommt es doch gerade recht, dass es „Deutsche Rachverbots-Brecher“ mit Asylanten als Schuhdiebe in eine Zeitungsüberschrift schaffen können…

Die Zukunft wird weitere solcher diffarmierenden Beispiele hervorbringen.

Und das in Zeiten, in denen stolz der Anstieg der eingenommenen Tabaksteuer zu Gunsten des Gemeinwohls um 2,2 Prozent (Verkaufswert zu versteuernder Tabakwaren stieg auf 26,2 Mrd. Euro) in 2015 verkündet wird, wie z.B. hier in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) oder hier Zitat: „Glimmstengel lässt die Kassen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble klingeln

Hier noch der Link zum besagten Artikel

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